Martin Janczek | Fotograf
"Arbeitskampf - Zukunft statt Kündigung" von Martin Janczek
Martin Janczek hat sein Projekt "Arbeitskampf - Zukunft statt Kündigung" beim LAGOIS Fotowettbewerb 2025 eingereicht und ist damit Teil der diesjährigen Shortlist.
Das Projekt dokumentiert Streiks von Stahlarbeitern des Konzerns "Thyssenkrupp AG".
Aus einer 2024 aufgesetzten internen Kommunikation des Konzerns geht hervor: „Kern der Neuausrichtung wird eine Reduzierung der im Verbund installierten Produktionskapazitäten auf einen Versandkorridor von rund 9 bis 9,5 Millionen Tonnen pro Jahr sein [...]“, „[...] Mit diesen Maßnahmen wird auch ein noch nicht bezifferbarer Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sein. [...]“.
In den Streiks protestieren die Arbeiter um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze, für Teilhabe und Wertschätzung ihrer Arbeit. Die Fotoreportage zeigt in wenigen Bildern, wie die Arbeiter des Stahlriesen nach zahlreichen Protestaktionen schließlich vor die Essener Konzernzentrale ziehen, um Konzernchef López aus seinem Schweigen über die geplanten Umstrukturierungen zu befreien.
Die Angst um die eigene Existenz und die Furcht vor dem Absturz in die Armut schlagen sich innlautstarken Kundgebungen und Protestaktionen nieder. Immer wieder appellieren die demonstrierenden Stahlarbeiter an die gesellschaftliche und soziale Verantwortung der Konzernbosse. Es geht um mehr als Geld. Der Wert des Arbeitsplatzes geht über den wirtschaftlichen Aspekt hinaus. Arbeit ist die Grundlage für den geistigen und sozialen Frieden in unserer Gesellschaft. Sie gibt Menschen ein Gesicht und ermöglicht ihnen ein Leben in Würde.
Martin Janczek wurde 1976 in Polen geboren. Schon in jungen Jahren konnte er im Fotolabor seiner Mutter bei der Arbeit zusehen und entdeckte dabei sein Interesse für die Fotografie. 1987 zog die Familie von Oberschlesien ins Ruhrgebiet. Dieser biografische Einschnitt ist bis heute in seiner künstlerischen Arbeit sichtbar. Die Begeisterung für die Fotografie führte zu einem Studium an der Ruhrakademie, einem Institut für Gestaltung und Kunst, das er mit einem Diplom abschloss.
Heute ist Janczek als Bildkünstler und Fotograf tätig. Er ist bekannt für seine detailreichen Fotografien, die die verschiedenen Facetten des Ruhrgebiets einfangen. Seine Motive geben ungewöhnliche Einblicke in die Architektur der Nachkriegsmoderne, zeigen sich wandelnde Industrielandschaften oder Nahaufnahmen profaner Gegenstände. Stets thematisiert er den urbanen Raum mit seinen Menschen. Seine Fotografien zeichnen sich durch dokumentarische und erzählerische Präzision aus. Die Bilder zeigen die Wirklichkeit, ohne sie zu idealisieren oder zu verzerren. Seine tiefe Verbundenheit mit dem Ruhrgebiet und seine Fähigkeit, dessen Essenz in seiner Kunst einzufangen, prägen sein künstlerisches Werk.
Ausstellungen wie „Kein gerader Weg“, „Polish People, Magic People“ und zahlreiche Gemeinschaftsprojekte gaben Einblicke in seine Sicht auf die Metropole Ruhr und ihren Wandel. Seine Arbeiten wurden in die Sammlung fotografischer Positionen „Pixelprojekt Ruhrgebiet” und in die Kunstsammlung Norten aufgenommen.
Janczek hat mehrere Bildbände veröffentlicht. Seine Bücher bieten einen umfassenden Überblick über sein künstlerisches Schaffen. Für die Realisierung seiner Projekte erhielt er mehrere Stipendien, darunter ein Kunststipendium des Landes Nordrhein-Westfalen und ein Arbeitsstipendium der Norten Kunststiftung.
AUSSTELLUNG "WAS MACHT UNS REICH*ARM?"
Martin Janczeks Fotografien sind Teil der Ausstellung "Was macht uns reich*arm?", die am 26. Oktober um 16:00 in Halle 7A auf der ConSozial Messe eröffnet wird.
Die Ausstellung kann schon jetzt als Plakat-Ausstellung in unserem Online-Shop vorbestellt werden.