Thomas Lohnes | Fotograf

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Thomas Lohnes: Helfer im Ahrtal

Thomas Lohnes gewinnt Lagois-Förderpreis 2021

Thomas Lohnes hat für seine Foto-Reportage über die solidarischen Hilfsaktionen im Ahrtal nach der Flutkatastrophe vom 14. Juli 2021 den Lagois-Förderpreis zum Thema "Gesichter der Nächstenliebe" erhalten.

In der Laudatio hieß es:

Die Qualität seiner Beiträge zeigt sich in den Bildern, die die ‘kleinen Momente’ einfangen.

Die Fotografien von Thomas Lohnes sind Teil der Wanderausstellung "Gesichter der Nächstenliebe", die hier ausgeliehen werden kann.

Thomas Lohnes

Thomas Lohnes hat als Fotograf bei der Bild-Zeitung angefangen und als Fotograf und Bildredakteur für den Evangelischen Pressedienst (epd), die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Nachrichtenagentur dapd gearbeitet. Seit 2013 ist er als freier Fotograf vor allem für Getty Images, epd-bild und verschiedene Unternehmen tätig. Für Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe ist er in mehr als 50 Länder gereist, um Entwicklungshilfeprojekte zu fotografieren.

Als ich zwei Tage nach der Flut vom 14. Juli 2021 ins
Ahrtal kam, fand ich eine Katastrophe vor, wie ich
sie bis dato nur aus dem Ausland gekannt hatte. Die
unzähligen Menschen, die mit ihren Gummistiefeln,
Schaufeln und Eimern, mit Baggern und Lastern zu
Hilfe eilten, beeindruckten mich zutiefst. Ihre immense
Solidarität. Ihr gemeinsames Anpacken.
Es war keine Zeit für große Trauer und Wehklagen.
Vier Wochen nach der Flut habe ich die Situation
vor Ort erneut fotografiert. Die Angst der Menschen
im Ahrtal, dass die Katastophe nach wenigen Tagen
vergessen und nicht genug Hilfe da sein würde, war
unbegründet. Menschen aus ganz Deutschland halfen
am Wochenende oder sogar über Wochen hinweg,
ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten. Nur
Dankbarkeit. Das ist Nächstenliebe.
Ich denke etwa an Dirk, der nach vier Schlaganfällen
seinen Foodtruck nicht mehr betreiben darf, und
mit seinem alten Volvo Brötchen und Kaffee-Spenden
eines Bäckers verteilte. Oder an die Mitarbeitenden
eines Gartenbaubetriebes, die mit dem Bagger Gebäude
abrissen und Schutt entsorgten. Und die Nächte
im Lkw verbrachten, um Zeit und Geld zu sparen.
Den Trompeter vom Ahrtal, Franz Josef Graf, habe
ich einen Abend lang begleitet. Er spielte immer dort,
wo er das Gefühl hatte, dass er spielen muss. An
einem Tag waren das 47 Orte. Die Anwohner*innen
sammelten sich dann um ihn herum und hielten für
einen Moment inne.